Beim Thema Bau arbeitet die Messe München in Asien mit dem US-Maschinen- und Geräteherstellerverband AEM zusammen; in Indien wurde mit AEM unlängst ein Joint Venture gegründet. Unter dem Namen „bC India – a bauma Conexpo Show“ soll eine internationale Fachmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen und Bergbaumaschinen starten. Premiere ist im Februar 2011 in Mumbai. Namhafte Unternehmen wie Putzmeister oder Haver & Boecker haben bereits zugesagt. „Die Industrie begrüßt die neue Messe im Wachstumsmarkt Indien“, bestätigt Eugen Egetenmeir, stellvertretender Geschäftsführer der Messe München. „Durch unsere Kooperation kann sich die Veranstaltung schnell als internationale Plattform etablieren.“ Über die Baumesse hinaus haben die Münchener noch andere Eisen im Feuer. Vom 7. bis 10. September 2010 führen sie wieder ihr Messeduo electronica/productronica India in Bangalore durch. Zuletzt stellten sich rund 825 Aussteller und „repräsentierte Firmen“ den über 15.300 Besuchern (www.messe-muenchen.de).
Auch in einer anderen Branche ist die Messe München eine Partnerschaft eingegangen. Zusammen mit der Messe Düsseldorf bündelt sie ihr Know-how auf dem indischen Verpackungsmarkt. So werden die drink technology India und die International PackTech India gemeinschaftlich vom 18. bis 20. November in Mumbai ausgetragen. Auf diese Weise soll eine starke Plattform für Verpackungslösungen entstehen. Der Bedarf für Verpackungen scheint in der Region unaufhörlich zu wachsen. Das hängt mit der Begeisterung der vielen jungen Inder für den westlichen Lebensstil zusammen. Gleichzeitig wird die Mittelklasse zunehmend größer – die Nachfrage nach hygienisch verpackten Produkten geht nach oben und Supermärkte werden in Indien immer populärer. Experten erwarten, dass die jährlichen Wachstumsraten in der indischen Verpackungsindustrie von derzeit 15 auf bis zu 25 Prozent ansteigen. Der zunehmende Verbrauch von Lebensmitteln und Konsumgütern erfordert Verpackungsvielfalt und den Einsatz modernster Verpackungsmaschinen.
Über ihre Tochter Messe Düsseldorf India waren die Rheinländer in den vergangenen Wochen höchst aktiv. Mitte März 2010 richteten sie die Medical Fair India im Bombay Exhibition Center von Mumbai aus. Und bereits im Februar wurde an gleicher Stelle das Duo Tube India & Metallurgy India durchgeführt. „Mit beiden Veranstaltungen waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Platz“, freut sich Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf beim Blick auf die Messezahlen von Tube und Metallurgy. Schließlich haben die Aussteller um 27 Prozent und die Besucher um 44 Prozent zugelegt. Neben den riesigen Chancen auf dem indischen Markt könnte der Wechsel in die Boommetropole Mumbai zu der rasanten Steigerung beigetragen haben – 2008 waren die Tube & Metallurgy India in Neu Delhi beheimatet. „Es hat sich als gute Idee erwiesen, mit den Messen nach Mumbai zu gehen“, sagt Heinz Zacharia, Marketingleiter des Ausstellers SMS Meer aus Mönchengladbach (www.md-india.com).
Schon fast traditionell wurden Tube & Metallurgy India von der „Schweissen & Schneiden India“ begleitet. 121 Anbieter präsentieren hier ihre Produkte, Verfahren und Dienstleistungen für indische Abnehmer. Der Veranstalter der Schweissen & Schneiden India, die Messe Essen, lobt ebenfalls Mumbai. „Der neue Standort hat sich nochmals positiv ausgewirkt“, resümiert der Essener Messechef Frank Thorwirth. Aussteller und Besucher konnten laut Befragung ihre Ziele von der Geschäftsanbahnung bis hin zu Abschlüssen erreichen. Sehr gut besucht waren auch die Messe-Rahmenveranstaltungen zu technologischen Themen. Mumbai, die Hafenstadt am Arabischen Meer, ist mit mehr als 18 Millionen Einwohnern das Wirtschaftszentrum Indiens. Zusammen mit den umliegenden Städten trägt sie ungefähr ein Drittel zur gesamten industriellen Fertigung Indiens bei, heißt es bei der Messe Essen. Die chemische Industrie, die Petrochemie sowie zahlreiche Unternehmen des Maschinenbaus seien dort beheimatet (www.messe-essen.de).
Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 2/2010