Autos, Informationstechnologien und Schiffbau sind nur einige Felder, auf denen koreanische Firmen zu den Weltmarktführern gehören. Marken wie Hyundai, Kia oder Samsung sind überall auf dem Globus ein Begriff. Zudem verfügt Korea über höchst wettbewerbsfähige kleine und mittelständische Unternehmen. Damit die Produkte der Handelsnation Korea weiter weltweit nachgefragt werden, bedarf es auch internationaler Messen als Schaufenster. „Vor dem Hintergrund ihres großen Einflusses auf unsere Volkswirtschaft wird der Messewirtschaft von der koreanischen Regierung eine immense Bedeutung beigemessen“, betont Byung-Kwan Bae. „Dabei unternimmt die Regierung ernorme Anstrengungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Messesektors zu fördern“, erklärt der Chairman der Association of Korean Exhibition Industries (AKEI). „Das beinhaltet die Unterstützung für heimische Messen, die somit größer und internationaler gemacht werden sollen.“
Allein zwischen 1991 und 2006 hat sich die Ausstellungsfläche um das Achtfache erhöht, die Zahl der Messen verfünffachte sich. Eine Vision der Koreaner ist es, eines Tages unter die ersten zehn Messenationen der Welt aufzusteigen. Ein Meilenstein war der Exhibition Industry Development Act im März 2008, der ein halbes Jahr später in Kraft trat. „Dieser wichtige Teil der Gesetzgebung hatte die Einführung eines Registrierungssystems für Messegesellschaften in Korea zur Folge“, erläutert Byung-Kwan Bae. Außerdem will das Gesetz die Transparenz in der Messeszene durch Erhebung exakter Daten und deren Überprüfung verbessern. Die AKEI selbst hat bereits 2005 ein Gütesiegel eingeführt, das für Transparenz durch unabhängig geprüfte Veranstaltungsdaten sorgt. Dieses „Exhibition Endorsement“ nützt nicht nur Ausstellern und Besuchern. Veranstalter können sich dadurch von themenähnlichen Wettbewerbsmessen abheben.
AKEI-Chairman Byung-Kwan Bae ist CEO und Präsident des COEX. Das gleichnamige Kongress- und Ausstellungszentrum ist einer der beiden wichtigsten Hauptaustragungsorte für Messen in Korea. Es war 1979 als erstes koreanisches Messeareal unter Federführung der Korea International Trade Association (KITA) errichtet worden. Im April 2005 wurde nordöstlich der Hauptstadt mit dem Korea International Exhibition Centre (Kintex) das nunmehr größte Messezentrum des Landes eröffnet. Investoren waren die staatliche Wirtschaftsförderungsorganisation Korea Trade Investment Promotion Agency (KOTRA), die Provinz Gyeonggi und die Stadt Goyang. Bis 2011 soll es für 360 Millionen US-Dollar auf mehr 100.000 Quadratmeter erweitert werden. „Wir setzen damit zu einem gigantischen Sprung an“, gibt sich Kintex-Präsident und CEO Joon Woo Han offensiv. Die Veranstaltungsstätten – COEX und Kintex – sind einerseits Wettbewerber, jedes einzelne Messezentrum hat aber individuellen Stärken. Ein weiterer nennenswerter Messeplatz das Busan Exhibition & Convention Center (Bexco). Hier findet die Busan Marine Week mit über 1.000 Ausstellern aus rund 40 Ländern statt.
Wie die Außenwirtschaftorganisation German Trade and Invest (gtai) berichtet, kamen zuletzt – 2007 – allein 116 Aussteller aus Deutschland nach Busan. Teilweise waren sie direkt, teilweise über ihre koreanischen Niederlassungen oder Repräsentanten auf der Messe vertreten. Die Marine Week wird von der Association of Korean Exhibition Industries zu den zehn wichtigsten internationalen Messen in Korea gezählt. Einige davon haben eine sehr lange Tradition. Die Korea Electronics Grand Fair wird bereits seit 1969 ausgerichtet. Acht Jahre später startete die Internationale Maschinenmesse. Die Medizin- und Krankenhausausstattungsmesse KIMES, die World IT Show, die Lebensmittelmesse IFIES und die Werkzeugmaschinenmesse SIMTOS begannen in den frühen Achtzigerjahren. In den Neunzigern starteten die Seoul Motor Show, die Korea Pack und die Luftfahrtschau ADEX. Byung-Kwan Bae könnte sicherlich weitere Messen aufzählen und er bescheinigt den führenden koreanischen Veranstaltungen ein riesiges Potenzial (www.akei.or.kr).
Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 2/2009