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TFI - Trade Fairs International - Das Wirtschaftsmagazin für Messen und Märkte

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ITALIEN

Ein Stück Wirtschaftspolitik des Landes

Photo: BolognaFiere
Von der internationalen Baumesse Saie gehen neue Impulse aus.
Mailand und Bologna rüsten sich für die Zukunft. Denn der Wettbewerb zwischen den italienischen Messeplätzen wächst. Bereits jetzt übersteigt das Angebot die Nachfrage erheblich.

Die weltweite Krise verschont auch Italiens Veranstalterszene nicht. In dieser Einschätzung sind sich die Bosse der beiden größten italienischen Messen, Mailand und Bologna, einig. „Wir setzen deshalb 2009 noch stärker auf   internationale Zugpferde und bauen unsere Themen im Ausland weiter aus“, betont Federico Minoli. Auch im Inland ist der CEO von BolognaFiere sehr erfolgreich. „Die Cosmoprof hatte trotz weltweiter Finanzkrise einen Zuwachs von drei Prozent bei den Ausstellern“, freut sich Minoli. Auch die Buch- und die Kunstmesse seien sehr positiv verlaufen – nicht zuletzt weil es am Rande der Veranstaltungen eine Reihe von Initiativen und Events in der Stadt gegeben hatte. Ein Konzept, das in Bologna vermehrt Schule macht: „Wir sehen unsere Messen nicht nur als Ausstellungen, sondern als Events, die im Zusammenspiel mit dem Umfeld stattfinden“, betont Federico Minoli.  

 

Dieses Engagement steht für die Bemühungen der Messestadt, ihr Standing innerhalb Italiens weiter zu festigen. Nach der Sommerpause geht es am Fuße des Apennin mit einer Reihe von Leitveranstaltungen weiter. „Wir sehen einem heißen Herbst entgegen“, prophezeit Marisa Corso. Die Baumesse Saie und die Messe für Naturprodukte, Sana, sind nach Ansicht der Sales- und Marketing-Direktorin der Messe Bologna besonders wichtig – aus ökonomischer und aus gesellschaftspolitischer Sicht. Bei der Sana vom 10. bis 13. September dreht sich in den Hallen der Messe Bologna alles um natürliche Ernährung, gesundes Leben und Wellness. Der Lebensstil auf Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit zieht in der westlichen Welt immer mehr Menschen in den Bann. Genau wie bei der letzten Auflage wird die Stadt mit einer Reihe von kulturellen Veranstaltungen einbezogen.  

Photo: Fiera Milano
"Das Kapitel Infrastruktur ist für uns jetzt abgeschlossen", freut sich Mailands Messechef Enrico Pazzali.

Knapp sechs Wochen später feiert die internationale Baumesse Saie vom 28. bis 31. Oktober ihren 45. Geburtstag. Zu diesem Anlass erhält sie eine ganze Reihe von Geschenken. Dazu gehört beispielsweise die Ausweitung der Saienergia. Denn gerade erneuerbare Energien und verbrauchsarme Technik für nachhaltiges Bauen nehmen an Bedeutung stark zu. Diesem Trend wird Bologna gerecht und führt in diesem Jahr einen internationalen Wettbewerb zu dem Thema durch – eine Initiative, die auch eine hohe sozialpolitische Relevanz hat. „Von der Messe gehen neue Impulse für die Branche aus“, betont Marisa Corso. „Denn es diskutieren Experten auf höchstem Niveau über Nachhaltigkeit am Bau und Visionen für die Zukunft“ (www.bolognafiere.it).  

 

In Mailand haben die Messen ebenfalls Schrittmacherfunktion. „ Angesichts unserer Förderungs-, und Internationalisierungsfunktion repräsentieren wir ein Stück Wirtschaftspolitik des Landes“, stellt Enrico Pazzali fest. „Deshalb müssen wir in dieser schwierigen Situation den Unternehmen bei der Überwindung der Krise helfen“, betont der neue CEO der Fiera Milano Spa. Er hat sein Amt im April angetreten und muss daher gleich zu Beginn die Ärmel hochkrempeln: Dazu stellt der Mehrheitsgesellschafter Fondazione Fiera Milano in den nächsten drei Jahren 40 Millionen Euro zur Verfügung. So wollen die Mailänder Messemacher ihr Engagement auf den internationalen Märkten fortsetzen und die heimischen Messen noch wettbewerbsfähiger machen. Das Messejahr 2009 läuft einstweilen auf Hochtouren. Laut Pazzali gestaltet sich der Kalender besonders reichhaltig. So standen im ersten Halbjahr bereits bedeutende internationale Messen an.  

Ein Höhepunkt war die Kunststoff- und Gummimesse Plast, die alle drei Jahre Neuheiten aus der Branche präsentiert. Sie wurde bereits 2006 parallel zur Ipack-Ima, einer Veranstaltung aus der Welt der Verpackung abgehalten. Gleichzeitig fanden die Grafitalia (Grafische Künste und Druck) und Converflex (Verpackung und Druck) statt. Damit konnte Mailand den Messebesuchern einen umfassenden Einblick in die Welt dieser komplementären Technologien bieten. Bei den Messen, die im Zweijahres-Turnus stattfinden, stehen 2009 Themen wie Energie und Beleuchtungstechnik sowie Gebäudeautomatisierung auf dem Programm. Auch die EMO, bei der sich alles um Metallverarbeitung dreht, findet in diesem Jahr in Mailand statt. Dieses Top-Ereignis pendelt zwischen der Lombardei und Hannover. Alle sechs Jahre ist die Fiera Milano der Gastgeber.  

 

Um auch kleineren Unternehmen die Teilnahme an der Ausstellung zu ermöglichen, wurde ein „EMO-all-inclusive-Paket“ geschnürt, das die Ausstellungsfläche, Werbematerial, Handling, Dienstleistungen und andere Vergüngstigungen umfasst. Darüber hinaus können die Teilnehmer zinsgünstige Finanzierungen für die Messeteilnahme in Anspruch nehmen. Seit dem 22. April ist nun auch die neue Bahnstation Rho-Fiera in Betrieb. Damit wird das Messeviertel optimal an Mailand angebunden – was auch mit Blick auf die Expo 2015 einen wichtigen Schritt darstellt. „Das Kapitel Infastruktur ist für uns jetzt abgeschlossen“, freut sich Messechef Pazzali. „Jetzt konzentrieren wir uns voll auf unsere Kunden.“ Und damit auf das Terrain, auf dem in Zukunft der Wettbewerb ausgetragen werden wird (www.fieramilano.it).

Karin Fink

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 3-4/2009