Der zukunftsträchtige MICE-Sektor erhält derzeit starke Unterstützung von offizieller Seite. Die taiwanesische Regierung hat eine Reihe von Aktivitäten ins Leben gerufen. Das soll den Veranstaltungsbereich im internationalen Wettbewerb stärken. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Meetings, Incentives, Kongresse und Messen zum wirtschaftlichen Wohlergehen des Landes beitragen. Sie locken Gäste aus aller Welt – was sich wiederum positiv auf das Image Taiwans und den Handel auswirkt. Mit Jahresbeginn hat das Außenhandelsbüro im Wirtschaftsministerium ein vierjähriges MICE-Förderprogramm gestartet. Zudem wurde ein MICE Project Office (MPO) eingerichtet, das als zentrale Anlaufstelle für Koordinierung, Beratung und Information fungiert. Dieses MPO-Projektbüro soll außerdem dazu beitragen, internationale Kooperationen zu entwickeln und etablieren.
Durch das Förderprogramm erhalten Organisatoren, Verbände und andere Institutionen bei ihren Projekten diverse Incentives. Die unterstützenden Maßnahmen sind auf die unterschiedlichen Phasen von Veranstaltungen ausgerichtet: bewerben um ein Event, vermarkten, durchführen vor Ort. Auch auf die Weiterbildung von MICE-Professionals wird Wert gelegt. Flankierend zu solchen so genanten weichen Faktoren, erwartet Taiwans Regierung, dass Investitionen in die Infrastruktur angezogen werden – in Tagungszentren, Hotels, Transportsysteme und Freizeitanlagen. Auf dieses Weise erhöht sich die Attraktivität der Destination Taiwan bei ausländischen Organisatoren (www.meettaiwan.com). Was die Messeinfrastruktur betrifft, hat sich schon eine Menge getan. Vor anderthalb Jahren wurde die TWTC Nangang Exhibition Hall mit der Fahrradmesse Taipei Cycle in Betrieb genommen. Die zweistöckige Ausstellungshalle bietet über 45.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und hat eine umweltfreundliche Anbindung an die MRT-Metro (www.twtcnangang.com.tw).
Taiwans führende Veranstaltungen sind ein Spielbild der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel. Die seit 22 Jahren bestehende Taipei Cycle ist nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil Fahrräder „Made in Taiwan“ die Weltmärkte erobert haben. Es gibt eigene Marken und die Fertigung für fremde Labels – beispielsweise für bekannte italienische Unternehmen. Vom 17. bis 20. März 2010 tritt die nächste Taipei Cycle in die Pedale. Sie zählt nach Angaben der Organisatoren zu den drei wichtigsten Fahrradmessen weltweit. Federführend sind Taitra und der Verband der taiwanesischen Fahrradexporteure TBEA. Das internationale Interesse ist immens. Die Taipei Cycle 2009 wurde von fast 4.800 ausländischen Interessenten frequentiert. Besonders stark vertreten waren Besucher aus den USA, der Volksrepublik China und Hongkong, Südkorea und Deutschland (www.taipeicycle.com.tw).
Im Computerbereich sind taiwanesische Unternehmen wie Asus oder Acer überall ein Begriff. Und die Computex Taipei ist seit vielen Jahren quasi so etwas wie die asiatische CeBIT. Diese als weltweit zweitgrößte IT-Schau geltende Messe wird nicht nur in der Nangang Exhibition Hall, sondern auch im World Trade Center durchgeführt. Im kommenden Jahr, vom 1. bis 5. Juni, feiert der Informationstechnologie-Treff bereits sein 30-jähriges Jubiläum. Trotz des schwierigen weltweiten Marktumfelds begrüßte Taitra zuletzt vor vier Monaten knapp 35.000 internationale Besucher. Die Organisatoren verzeichneten damit in diesem Segment einen marginalen Zuwachs von 0,5 Prozent. Darüber hinaus trafen die 1.712 Aussteller auf mehr als 80.000 lokale Interessenten. Neben ihrer Funktion als Schaufenster der allerneusten Notebook-Entwicklungen diente die Computex als Infodrehscheibe für eine Vielzahl von Branchen – unter anderem für Medizin, Automobil, Luftfahrt und Ausbildung. Dies, schwärmen die Macher von Taitra, reflektiere die Vielfalt „einer wahrhaft intelligenten Revolution“ (www.taitra.com.tw).
Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 5/2009