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TFI - Trade Fairs International - Das Wirtschaftsmagazin für Messen und Märkte

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ÖSTERREICH

Weil der Markt das Angebot honoriert

Photo: Messe Wels
Landwirtschaftsmesse Agraria: Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse.
Die Mitglieder der Messen Austria sehen sich sehr gut aufgestellt. Auch deshalb sollte 2012 ein erfolgreiches Jahr werden.
Ein Wechselbad der Gefühle hat Robert Schneider, Geschäftsführer der Messe Wels, in seinem ersten Jahr als Vorsitzender der Messen Austria erlebt. „Da lösten optimistische und pessimistische Wirtschaftsprognosen einander in kürzester Zeit ab.“ Aber die positiven Nachrichten hätten eindeutig überwogen. „In Österreich läuft es insgesamt hervorragend – von Einbrüchen keine Spur.“ Bemerkenswert sei das stete Wachstum der bauaffinen Messen. Die Themen energieeffizientes Bauen, Wohnen und Sanieren florieren seit Jahren auf hohem Niveau. 2011 hat der Messeverband erneut Steigerungen registriert. So verbuchte die Energiesparmesse in Wels mit über 100.000 Besuchern einen neuen Rekord. Auch die Automobilmessen waren nach Beobachtungen der Vereinigung im vergangenen Jahr gut frequentiert. Etwas schwächere Ergebnisse wurden bei den Verbrauchermessen mit breit gefächerten Themen registriert. „Diese Art von Gemischtwarenladen wird nicht mehr so goutiert wie früher“, stellt Schneider fest.
Photo: Messe Wels
Energiesparmesse in Wels: Die Themen energieeffizientes Bauen, Wohnen und Sanieren florieren seit Jahren auf hohem Niveau.
Der Messen Austria-Vorsitzende gibt sich für das Messejahr 2012 in Österreich positiv gestimmt. „Unsere Mitgliedsbetriebe sind bei Aussteller- und Besucherangeboten sowie Serviceleistungen sehr gut aufgestellt“, begründet Robert Schneider. „Das honoriert ein Markt, der von langfristiger Zusammenarbeit geprägt ist.“ Gerade in Österreich werden die Euro-Turbulenzen nach seiner Einschätzung bei den wichtigsten Messen nur sehr abgeschwächt oder gar nicht zu spüren sein. Dort wo der heimische Markt bedient werde, baue das Land auf eine starke Binnennachfrage, wie eben im Bausektor. Bei Investitionsgütern besetzten die österreichischen Fachmessen klar abgesteckte regionale und thematische Nischen. „Wir sind zwar hier in Österreich nicht völlig krisenresistent“, betont Schneider. „Aber die Entwicklung der letzten Zeit und die Einschätzung von Entscheidern aus der Wirtschaft begründen einen vorsichtigen Optimismus.“ Dabei gibt es unterschiedliche Entwicklungen in den jeweiligen Branchen. „Die einen haben mehr zu kämpfen, andere können sogar von der Situation profitieren.“
Photo: Robert Schneider
Robert Schneider, Vorsitzender der Messen Austria, sieht Zukunftspotenziale.
Die Zukunftspotenziale sieht Schneider in der Abdeckung von technologischen Nischen und der Funktion als Informationsdrehscheibe für Mitteleuropa. Anderswo wie in Deutschland bieten die Weltmessen vielfach Lösungen für großdimensionierte Industrien. Dagegen geht es auf den österreichischen Veranstaltungen um Innovationen, Produkte und Lösungen für mittelständische Industrie- und Gewerbebetriebe. Bei den Publikumsmessen hat die Arbeitsgemeinschaft die Stärken beim umfangreichen Angebot ausgemacht – neben der klassischen Ausstellung gibt es vielerorts auch ein großes Rahmenprogramm: ein Ergebnis der Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse.  

Die Messen Austria sehen ihre Funktion vornehmlich als Informationsdrehscheibe. Sowohl nach innen als auch nach außen: „Als Verband können wir klar herausarbeiten, was die Messewirtschaft dem Technologie- und Wirtschaftsstandort Österreich bringt“, betont Schneider. „Die Voraussetzungen – geografisch sowie wirtschaftlich – sind dabei im Vergleich zu anderen Ländern optimal.“ In diesem Jahr werden die Messen Austria bei Informationsgewinnung und Weiterbildung nach möglichen Synergien suchen.   Ganz oben auf der Agenda steht auch die Verknüpfung neuer Medien mit dem Marketing-Instrument Messe. Hier ergeben sich spannende Thematiken, die der Verband bei einem der nächsten Treffen näher beleuchten wird. Einigkeit herrscht darin, dass bei Themen wie Technik und IT eine enge Zusammenarbeit im Sinne aller ist. Der Bereich Kommunikation folgt als nächstes (www.messen-austria.at).

"Erwarten über zehn Prozent Wachstum"

Photo: Rudolf Angermayr
Rudolf Angermayr
Rudolf Angermayr, Geschäftsführer von System Standbau in Salzburg, über ein nennenswertes Umsatzplus und noch mehr Wachstum in diesem Jahr.  

Wie hat sich das Standbaugeschäft entwickelt?
2011 ist für unsere Unternehmen an allen Standorten sehr gut gelaufen. Im Vergleich zum Jahr davor haben wir unseren Gesamtumsatz um mehr als fünf Prozent steigern können. Die Höhepunkte waren die im Zweijahresrhythmus stattfindenden Veranstaltungen AutoZum und BWS – sowie als absolutes Glanzlicht die „Alles für den Gast – Herbst“, bei der erstmals in Salzburg die neue Halle 10 zur Verfügung stand. Hauptgrund für unsere positive Entwicklung waren sicher die Kongresse am Standort Wien. Das Kongressgeschäft unserer Tochterfirma Expoxx Messebau ist neben dem klassischen Messebau mittlerweile ein sehr wichtiges Standbein geworden. Es hat 2011 bereits einen Anteil von 45 Prozent am Expoxx Messebau-Gesamtumsatz erreicht.
Photo: System Standbau
Was sind Ihre Erwartungen für 2012?
Wir erwarten eine deutliche Steigerung von mehr als zehn Prozent gegenüber 2011. Das zeigen bereits gelaufene Veranstaltungen wie Vienna Autoshow, PSI Düsseldorf und Actb. Die Wiener Messen Aquatherm und Vienna-Tec sowie die von Essen nach Düsseldorf übersiedelte Aluminium + Composites sind weitere Highlights in unserem Portfolio. Das Kongressgeschäft wird sich auf etwa gleichen Niveau weiterhin positiv entwickeln – auch durch den Neubau der Halle 10 in Salzburg, wo zusätzliche Kongressräumlichkeiten entstanden sind.  

Welche Trends gibt es im Messebau?
Offene Standgestaltung mit frei von der Hallendecke abgehängten Deckensegeln und Lichtträgern ist nach wie vor angesagt. Die reine Produktpräsentation ist eher rückläufig. Es sind daher offene, kommunikative Plattformen mit Lounge-Charakter am meisten gefragt – allerdings mit hochwertiger Ausstattung, um den Wohlfühlfaktor am Messestand zu erhöhen (www.systemstandbau.at).

Karin Fink

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 1/2012