Trade Fairs International
Trade Fairs International
TFI Praxis TFI International TFI Focus Inhalt Aktuelle Ausgabe online lesen
Impressum Sitemap Diese Seite drucken Diese Seite weiterempfehlen

© 2006 - 2014 by TFI-Verlagsgesellschaft mbH. Alle Rechte vorbehalten.


Für die Inhalte externer Links und fremder Inhalte übernimmt die TFI-Verlagsgesellschaft mbH keine Verantwortung.


TFI - Trade Fairs International - Das Wirtschaftsmagazin für Messen und Märkte

TFI International

ITALIEN

"Wo sonst gehört eine solche Messe hin?"

Photo: BolognaFiere
BolognaFiere: 2012 stehen 90 Messen im Kalender.
Die BolognaFiere hat zwei erfolgreiche Jahre hinter sich und blickt mit Zuversicht in die Zukunft. Vor allem weil sie mit ihren Leitmessen auf Themen setzt, die in Italien zu Hause sind.
Duccio Campagnoli hat gut Lachen: „Von Krise keine Spur“, freut sich der Messepräsident der BolognaFiere. „Trotz weltweiter Finanz- und Schuldenkrise in Europa haben wir 2010 und 2011 positiv abgeschlossen.“ Und: „Innerhalb der   weltweit schwierigen Rahmenbedingungen bewegen wir uns auch 2012 auf ein ausgeglichenes Ergebnis zu“, prognostiziert er. Campagnoli ist hoch motiviert. Seine wichtigsten Leitmessen laufen hervorragend. Allen voran die Cosmoprof, die internationale Messe für Ästhetik, Schönheit, Kosmetik und Spa. Sie konnte ihre Präsenz in Asien und in den Vereinigten Staaten stark ausbauen. Aber auch andere Veranstaltungen wie die Baufachmesse Saie oder die Lederfachmesse Lineapelle stimmen ihn zufrieden. „Unser Hoch hat viel damit zu tun, dass wir auf Themen spezialisiert sind, die auch in der Region gut verankert sind“, betont der Messemanager. „Wir sind Marktführer in der Lederindustrie, im Bereich Keramik, in der Landwirtschaft, in der Automotive-Industrie und im Bauwesen“, nennt der Präsident die Schwerpunkte der BolognaFiere.
Photo: BolognaFiere
Kinderbuch-Messe in Bologna.
Diese Themen prägen die Stadt mit der entsprechenden Industrie im Hinterland auch wirtschaftlich. Die Verknüpfung von Messe und Industrie liegt Duccio Campagnoli daher am Herzen. „Dort wo wir unsere Kompetenzen haben, müssen wir uns weiterentwickeln und mit unseren Partnern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten.“ So veranstaltet Bologna Fiere zweimal jährlich in Moskau die Schuh- und Lederwarenmesse Obuv Mir Kozhi, bei der sie eng mit dem Verband der Schuhproduzenten kooperiert. Im Portfolio gibt es darüber hinaus Messen, die besonders gut in die altehrwürdige Universitätsstadt Bologna mit ihrer langen Tradition passen. So zum Beispiel die Kinderbuchmesse und die Kunstmesse. Beide Veranstaltungen sind feste Größen im Veranstaltungskalender und ziehen Besucher aus ganz Europa an.  
Photo: Fiera Milano
Fiera Milano
Das breite Veranstaltungsportfolio ist für die Führung der Messe Bologna jedoch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Das Gelände wird nicht nur fortlaufend weiterentwickelt, sondern auch immer nutzerfreundlicher. Auch die Zahl der Messen wächst. Im Jahr 2012 stehen insgesamt 90 Veranstaltungen im Kalender, elf davon in Zukunftsmärkten wie Russland, den USA, in China und der Türkei. Doch mit das Wichtigste ist für Präsident Campagnoli, dass sich acht neue Messen auf der Agenda befinden: vier davon in Bologna, drei in Modena und eine in Moskau. „Wir bemühen uns ständig, neue Nischen für innovative Produkte zu besetzen.“ Immer öfter gibt es Begleitveranstaltungen. „Damit tun wir nicht nur etwas für BolognaFiere, sondern auch für die Stadt.“  

Die jüngsten Ereignisse weisen in diese Richtung. So wurde das Mitte Februar ausgerichtete Studenten-Event Univercity von Messe, Stadt und Universität gemeinsam vermarktet. Hier konnten sich junge Menschen über das Studium in Bologna, die Kontakte der Universität und ihre Karrierechancen auszutauschen. Während der Show Way traf sich die Branche Anfang Mai in Bologna um sich über die neuesten Trends aus der Veranstaltungstechnik zu informieren. Hier konnten Händler, Techniker und User eine nahezu komplette Ausstellung aller aktuellen Produkte und Technologien finden. Die Ausstellungseindrücke wurden durch Seminare und Konferenzen über Eventorganisation, Produkttechnologien, Sicherheit und Ausbildung vervollständigt. Die Show Way fand parallel zur Music Italy Show statt. Auch hier weist Duccio Campagnoli wieder auf darauf hin, wie gut die Veranstaltung zu Bologna passt. „Seit 2006 sind wir Unesco-Musikstadt – wo sonst gehört ein solches Event hin?“ (www.bolognafiere.it).

Messen haben hohe Wertschätzung

Photo: BolognaFiere
Von Krise keine Spur: Duccio Campagnoli, Präsident der BolognaFiere, ist guter Dinge.
Jetzt haben sie es sogar schwarz auf weiß: Das Image der italienischen Messewirtschaft ist gut. Die Messen im Land werden von den Italienern über unterschiedliche Kanäle aufmerksam wahrgenommen. Sie sind in der Bevölkerung bekannt und haben nicht unter der weltweiten Finanzkrise gelitten, sagen die Menschen. Das ist das Ergebnis einer von der Fiera Milano im März dieses Jahres veröffentlichten Umfrage. Dafür hatte der renommierte italienische Demoskop Renato Mannheimer 1.100 Landsleute aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten befragt. Mit dabei: Meinungsführer aus dem öffentlichen Leben, aus dem politischen und kulturellen Bereich sowie aus der Wirtschaft. Die Ergebnisse für die Auftraggeber waren höchst erfreulich: Fast alle Befragten (94 Prozent) konnten aus dem Stegreif einen Messeplatz nennen. Am häufigsten fielen die Namen Mailand und Bologna. Und etwa 30 Prozent der Befragten fielen sogar sieben bis zehn Veranstaltungsplätze ein. Doch Messen sind nicht nur bekannt, sie genießen auch eine hohe Wertschätzung. Fast 90 Prozent der Befragten glauben, dass die Messegelände ein Gewinn für ihre Umgebung sind (www.fieramilano.it).    
Photo: Fiera Milano
Fiera Milano

Karin Fink

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 3-4/2012