Lange schon ist mila-wall eine feste Größe im Messebau wie auch im Museums- oder Ausstellungsbereich. mila-wall – das ist der Name für das ultra-leichte Wandsystem von MBA Worldwide aus dem südwestdeutschen Reutlingen. Die Wandmodule bestehen aus umlaufenden Aluminiumrahmen und einem soliden Wabenkern aus recycelter Graupappe. „Mehr Luft als Wand, so sind mila-wall-Wandmodule extrem leicht“, betont MBA-Geschäftsführer Markus Militzer. Ihr geringes Gewicht macht sich beim Transport und Aufbau besonders positiv bemerkbar. Im letzten Jahr erst sorgte die neue, interaktive mila-wall Soundwand für Aufsehen. Für Beschallung sorgt eine von außen unsichtbare HiFi-Technik, die durch die Bewegungen der Besucher angesteuert wird. In den Wandmodulen befinden sich Sensoren, die registrieren, ob sich ein Besucher der Wand nähert oder seine Hand in Richtung einer bestimmten Stelle bewegt. Die Sensoren geben ihre Information an einen Mini-Computer in der Wand weiter, der die abgespeicherten Sound-Dateien entsprechend der Bewegungen abruft. Auch die Lautstärke kann über diese Sensoren durch Berührung gesteuert werden.
Für dieses Produkt erhielt MBA eine Auszeichnung beim Innovationspreis Architektur und Präsentation 2008 – in der Kategorie Produkte von hoher architektonischer Qualität. Ausgeruht haben sich die Reutlinger darauf freilich nicht. Als Neuheit des Jahres 2009 präsentieren sie die mediale Weiterentwicklung: eine interaktive Video-Wand mit LCD-Displays, die sich flächenbündig in 40 Millimeter dicke Soundwände integrieren lassen. Möglich wurde diese Neuentwicklung durch eine neue Bautechnik, welche die Wärme der LCD-Displays durchs Wandinnere abführt. „Die Wand wird nun zum interaktiven Groß-Display für Audio- und Video-Informationen“, weiß Markus Militzer von MBA. „Auf Messen, im Laden oder in Museen wird sie so zum aktiven Teil der Ausstellung“ (www.mba-worldwide.com) .
Bionik heißt die Technik, die sich von natürlichen Vorbildern ableitet. Auch für die Wandtechnologie namens HoneyGrid stand ein natürlicher Plan Pate: die Form der Honigwaben. Eine Bauweise, die bei geringstem Eigengewicht höchst belastbar ist. Wände mit HoneyGrid bestehen aus einer ausgeklügelten Papierwaben-Struktur im Inneren und stabilisierenden Leichtholz-Rahmen sowie verschiedenen Deckplatten außen. Vor 16 Jahren von ipm Leichtbau aus dem nordrhein-westfälischen Saerbeck entwickelt, war das Prinzip damals eine Revolution im Bau von Wänden für Büros, Läden oder Messeständen. Unter dem Produktnamen HoneyWall sind diese Wände seit Jahren erfolgreich im Einsatz. Zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Fachhochschule Münster entwickelt ipm Leichtbau die Systeme ständig weiter.
„Es ist heute schließlich wichtiger denn je, Produkte nicht nur markt-, sondern auch umweltgerecht herzustellen“, nennt ipm-Geschäftsführer Rainer Marchel als Gründe für die Kooperation. „Unsere Wände sind wiederverwendbar und bestehen größtenteils aus nachwachsenden Rohstoffen.“ Ein neuer, möglicherweise bahnbrechender Erfolg gelang der Forschungsabteilung des Saerbecker Unternehmens erst kürzlich. Gemeinsam mit seinen Partnern aus Forschung und Umweltstiftung entwickelte ipm die erste Technologie für schwer entflammbare Leichtbau-Wandelemente. Module mit dieser Technik erfüllen alle Anforderungen der Brandschutzklasse B1 nach DIN-Norm. „Bis jetzt gab es keine so umfassende Lösung in Sachen Brandschutz“, stellt Rainer Marchel klar (www.ipm-leichtbau.de).
Textile Wände sind in – und das mehr denn je. Die flächige Gestaltung von Messeständen mit Stoffen liegt absolut im Trend. „Textilien sind luftig, bringen Transparenz in den Auftritt, sind leicht zu transportieren und problemlos mit Logos, Bildern oder Botschaften bedruckbar“, weiß Peter-Jürgen Klee, Marketing- und Vertriebsleiter bei der Syma System GmbH im nordrhein-westfälischen Hilden. Auf diesen Trend reagiert der Anbieter führender Systembau-Elemente nun mit einer Lösung, die textile Flächen noch besser in Standkonzepte einbindet. Ein neues Kunststoffprofil ermöglicht den bündigen Anschluss von Textil an Textil, so dass die Standstruktur vollkommen hinter der Stoffhaut verschwindet. „Das neue Profil wird einfach in die 8 x 8 mm-Nuten der tragenden Profile eingeklipst und nimmt je zwei Textilfahnen über Keder an deren Enden auf“, erklärt Peter-Jürgen Klee die Funktionsweise. „Somit entsteht praktisch eine unterbrechungsfreie textile Fläche.“ Die neue Lösung funktioniert sowohl an den Außen- als auch an den Innenwänden wie auch über Eck.
Auch an bestehende Syma-Molto-Konstruktionen lassen sich ab jetzt problemlos noch nachträglich und ohne Werkzeug Textilien anbringen. Ein neues Profil und eine Verbindungsschraube machen dies möglich. Das Profil nimmt das Stoffsegel dabei ebenfalls mittels eines Keders auf und wird einfach per Hand an die Molto-Stütze angeschraubt. „Mit Syma-Molto und den neuen Textil-Profilen ist zeitgemäße Standgestaltung kein Hexenwerk, sondern mit einfachster Montagetechnik schnell und effektiv realisierbar“, so Peter-Jürgen Klee. Gemeinsam mit den neuen Möglichkeiten für Textilien stellt Syma dieser Tage mehrere weitere Systemneuheiten vor. Dazu gehören eine Lösung für vorgeklipste Wände in Innenecken. Außerdem steht ein Kreuzverbinder für Molto-Profile jetzt als Alternative für den bewährten Molto-Würfel zur Verfügung. Der Verbinder verlagert sämtliche Funktionselemente ins Innere und ermöglicht einen kaum noch sichtbaren Übergang zweier Molto-Profile. Die Architektur gewinnt dadurch noch an Leichtigkeit und Feinheit (www.syma.de).
Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 3-4/2009