„Am Marketing lässt sich leicht sparen“, weiß Björn-Hendrik Duphorn, Vertriebsdirektor der Leipziger Messeprojekt GmbH. „Es gibt Firmen, die sowohl Budgets als auch Standflächen drastisch gegenüber dem Vorjahr reduziert haben. Wir sehen aber einen klaren Trend in Richtung Qualität. Viele Aussteller wollen sich mit weniger Exponaten, dafür erlesener und mit mehr Botschaften auf weniger Fläche präsentieren.“ Um Standbauten klein, fein und preiswert zu ermöglichen, bieten die Leipziger für ihre Kunden einen der größten deutschen Lagerbestände an Systembauelementen – von Syma, Octanorm, Modul International, Maxima oder Burkhardt Leitner. „Mit unserem Bestand können wir die fünf Hallen der neuen Leipziger Messe komplett bebauen, etwa für die Buchmesse“, verrät Björn Duphorn. Um den Auftritten ihren individuellen Charakter zu verleihen, entwickeln die Leipziger mit ihrer Inhouse-Tischlerei auch eigene Systeme.
Eines der Systeme heißt ValNet. Es ergänzt Octanorm-Elemente mit runden Querstreben und flachen Seitenstützen, die flexibel dekoriert werden können. Ein Großkunde, der die Möglichkeiten der Leipziger Messebauer gern nutzt, ist die türkische Staatsgesellschaft Uludag Exporters Association. Alle ihre Auftritte in Europa absolviert sie mit einem Gemeinschaftsstand für rund 100 Aussteller. „Es gilt, sowohl Einheitlichkeit als auch Einzigartigkeit zu gewährleisten. Außerdem ist die Fernwirkung wichtig“, so Björn Duphorn. Die runden Formen von ValNet machen den Standbau weicher und augenfälliger –die Blenden mit Logos und Firmennamen können einfach und wirkungsvoll integriert werden. Seit 2007 vertrauen die Türken den Leipzigern einen Großteil ihrer Beteiligungen an und gehen dabei einen bemerkenswerten Weg gegen den Trend. Waren die Auftritte anfangs kaum größer als 350 Quadratmeter, steht eine erneute Realisierung des mittlerweile auf 1.000 Quadratmeter gewachsenen Standes im Oktober in Paris an (www.messeprojekt.de).
Ein Auftritt für die Stadtwerke Essen muss qualitativ auf Augenhöhe mit großen Energiekonzernen stehen, dabei jedoch die Nähe zu den Bewohnern der Ruhrmetropole demonstrieren. Darüber hinaus wünscht sich der kommunale Dienstleister eine Präsentation, die sich auf die verschiedenen Standgrößen mehrerer kommender Verbrauchermessen anpassen lässt. Den Pitch zur neuen Expo-Kampagne der Stadtwerke konnte die Essener Kalle Krause GmbH für sich entscheiden, die schon mehrfach Auftritte für diesen Kunden realisierte. Für die aktuelle Ausschreibung entwickelte der Messebauer ein modulares Stadtkonzept mit unverwechselbarem Charakter. Klare Formen und Farben, hochwertige Materialien sowie Eyecatcher in Form von hochhausartigen Makro-Stelen gehören zu den äußerlichen Merkmalen. Standbesucher sollen sich aber auch von der für die Region so typischen menschlichen Seite des Ruhrgebietes angesprochen fühlen. Dienstleistung zum „Anfassen“ ist ein weiterer Ansatz, um das Publikum neugierig zu machen und zum Eintritt in die Stand-Welt einzuladen. Eine überdimensionale Steckdose samt ausgezogenem Stecker symbolisiert einen Stromtarif ohne Grundgebühr.
„Die Botschaft, du zahlst nur, was du verbrauchst, wird hier klar verständlich“, formuliert es Karlheinz Krause, Geschäftsführer der Kalle Krause GmbH. Für die Kanalreinigung ließ sich der Messebauer neben originalgetreuen Rohrnachbauten liebevolle Dekorationen wie eine typische Schrebergartenlandschaft einfallen. „Wer den Kanal inspiziert, findet dort Nettes wie eine niedliche Stoffmaus, die er mit nach Hause nehmen kann“, so Karlheinz Krause. Noch einen Schuss mehr Lokalkolorit bringen die Stand-Mitarbeiter in den Auftritt, die Geschichten zu den Stadtwerken und ihren Produkten zu erzählen wissen. Im Standinneren finden die Besucher schließlich eingehendere Infos, dazu Ruhezonen und Besprechungs-Bereiche. All diese Standelemente lassen sich unterschiedlichsten Gegebenheiten anpassen, sodass der Auftritt nicht nur auf Messen beschränkt bleiben muss. Dank der Modulbauweise kann der Kommunalversorger damit auch auf Veranstaltungen wie etwa Stadtfesten für sich werben (www.kallekrause.de).
Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 5/2009