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TFI - Trade Fairs International - Das Wirtschaftsmagazin für Messen und Märkte

TFI Praxis

MESSEBAU-SYSTEME

Das Bauen „light“ gemacht

Photo: mezzo
Juwi’s stand in Munich: The rear wall shows the back-lit image of a solar roof.
Mit schlanken Profilen und einfachsten Verbindungs-Techniken nehmen Systeme-Anbieter den Konstruktionen die Schwere. Sie erlauben die „innovative Leichtigkeit des Bauens“.
Wirtschaftskrise hin oder her – für die Solarstrom-Gewinner scheint langfristig die Sonne. Das Unternehmen Juwi aus dem rheinhessischen Wörrstadt entwickelt Windturbinen, Bioenergie-Projekte und eben auch Solaranlagen zur Erzeugung umweltfreundlichen Stroms. Der Messeauftritt, der zuerst auf der Intersolar München 2008 zu sehen war, widmet sich ganz dem Thema neueste Techniken zur effizienteren Sonnenenergie-Gewinnung. Dabei gibt es sicherlich einfachere Aufgaben, als das Thema mit emotionalen Bildern statt nur Produkten oder Charts in einer Messehalle zu inszenieren. Auffälligstes Element auf dem Stand ist denn auch nicht – wie sonst oft üblich in der Branche – ein großes Solarmodul, sondern eine besonders gestaltete Rückwand. Sie zeigt das hinterleuchtete Bild eines Solardachs, in dem sich Wolken spiegeln. Mit dieser architektonischen Idee erreicht der Stand sowohl Fernwirkung als auch eine Aura, die weit mehr vermittelt als nur technische Funktionalität: nämlich eine Art sommerliche Stimmung. Der Clou an dieser Rückwand ist aber nicht nur die Grafik, sondern auch das System, das sie trägt: mezzo Spide.
Photo: Burkhardt Leitner
Höchste Ansprüche an Architektur und Corporate Design: Modularer Generali-Auftritt für Bewerber-Messen.

Mit seinen extrem schlanken Elementen unterstützt und versinnbildlicht mezzo Spide auch einen entscheidenden Vorteil der Solarmodule, die besonders dünn und gleichzeitig effizienter als frühere Systeme sind. Wer den Stand betritt, durchschreitet zuerst ein überdimensionales, beleuchtetes Tor, das aus mezzo-Strong-Elementen konstruiert wurde. „Das Tor spendet Licht, nimmt die Bildaussagen auf. Es ist gerade in Hallen, in denen keine größeren Elemente von der Decke abgehängt werden können, ein unfehlbarer Blickfang“, beschreibt der Designer des ausführenden Messebauers Spacewood aus Frankfurt, Jens Schäfer, die Konstruktion. „Auf kleineren Messen mit weniger Platz werden die Schenkel dieses Tores zu Pylonen umfunktioniert und entfalten so ebenfalls ihre Wirkung.“ Hier kommt ein weiterer optischer Pluspunkt des mezzo Systems zum Tragen. Das Konstruktions-Fachwerk dieses Systems weist keinerlei sichtbare „Schlüssellöcher“ für Schraubverbindungen auf. Kombiniert werden die Zargen mit einer einfachen Keiltechnik und einem Stahlclip. Vor allem aber lassen sich mit Mezzo Spide mehrfach gekrümmte Flächen, gekippte Fassaden oder auch Kugelformen realisieren. „In Kombination mit hinterleuchtetem Plexiglas entstehen beispielsweise facettenreiche Oberflächen mit einem faszinierenden Licht- und Schattenspiel“, so mezzo-Geschäftsführer Olaf Krobitzsch (www.mezzo-systems.com).  

 

Wie sich Systembau mit höchsten Ansprüchen an Architektur und Corporate Design verbinden lässt, zeigt ein modularer Messeauftritt der Generali-Versicherungen für Bewerber-Messen. Italienische Gastfreundschaft, Zuverlässigkeit und Tradition sollte der Auftritt ebenso symbolisieren wie das „Auge für die Zeit, in der wir leben“, beschreibt Silvia Olp die Aufgabenstellung. Silvia Olp ist Mitglied der Geschäftsleitung des Systemelemente-Herstellers Burkhardt Leitner constructiv GmbH. Die von Generali beauftragten Designer und Messebauer TDM, Richard Schipper und Veenstra Corporate aus Wolvega in den Niederlanden hatten sich ganz bewusst für das Architektursystem constructiv Pila Petite entschieden. „Der Klassiker unter unseren modularen Architektursystemen“, so Silvia Olp. constructiv Pila Petite besteht aus schlanken Stützen und Knoten mit einfacher Schraubverbindung und lässt bei einfachster Handhabung eine große Bandbreite an Bauformen zu. Funktionalität und Flexibilität waren seitens des Auftraggebers besonders gefordert. Schließlich sollte und soll der Stand an unterschiedlichsten mit verschiedensten Formaten und Dimensionen aufgebaut werden. Alle Info-Paneele können leicht an die Anforderungen für die jeweilige Veranstaltung angepasst werden.  

Photo: Burkhardt Leitner
Burkhardt Leitner Open Day 2009
Die Wandbauten mit constructiv Pila Petite dienen dabei sowohl als Trenn- oder Lagerwände wie auch als Bar-Unterbau. Seine Premiere feierte der Stand mit nur 24 Quadratmetern Baugröße im Rahmen der Nationale Carriere Beurs im Amsterdam. Dabei zeigte sich, dass das System nicht nur funktionale Vorteile offenbart, sondern mit seinem Material-Mix aus natureloxiertem Aluminium und Edelstahl-Feinguss auch in der Wertigkeit die Ansprüche des Ausstellers unterstützt. „Moderne und traditionelle Aspekte von Generali kommen auf dem Stand in Einklang“, betont Silvia Olp. „Beispielsweise wird das ursprüngliche Generali-Logo von 1831 auf roten Trennwänden abgebildet.“ Für Gastfreundschaft stehen indes die augenfälligen Tische, die Besucher zum Gespräch einladen. Begleitet von einem Glas guten italienischen Weins oder einem duftenden Espresso werden Bewerbergespräche so in entspannter Atmosphäre geführt. Ein transparenter Pfeiler stützt die constructiv-PILA-Decke und trägt somit zum offenen und einladenden Charakter des Auftritts bei (www.burkhardtleitner.de).  

Jens Kügler

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 6/2009