Flexible Wandsysteme bildeten elliptische Räume. Sie boten Platz für klar strukturierte Themeninseln, fügten die technischen Exponate in ein filigranes, weiches Gesamtbild und sorgten für überraschende Blickperspektiven. Runde und wellenartige Formen erzeugten eine fließende Optik, ein Sinnbild für die flüssige Materie. Die Themeninseln zogen sich, einer Perlenkette gleich, durch den Raum und vernetzten die einzelnen Ausstellungsbereiche; sie strukturierten den weitläufigen Auftritt und verliehen ihm Dynamik und Lebendigkeit. Große Fotografien, Grafikbänder und Lounge-Möbel unterstützten den Ansatz, die eher nüchterne Technik mit Emotionen zu verbinden. Innerhalb des Konzepts waren auch die Partner der Krones AG als Unteraussteller präsent. Ihnen ließ das Konzept genug Freiheit für ihr individuelles Erscheinungsbild. Voluminöse Textilskulpturen über den Köpfen der Besucher vereinten die gesamte Ausstellungsfläche schließlich unter dem Marken-Dach von Krones. Das Ergebnis: „Eine komplette Messehalle im Zeichen der Marke“, resümiert Patrick O. Soschinski das Erscheinungsbild des Messekonzepts (www.expotechnik.com).
Ein Marktplatz ihrer Marken – so präsentierte sich die Electrolux-Gruppe schon 2008 auf der IFA, der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik- und Hausgeräte in Berlin. Im Jahr 2009 nun erlebten die Besucher erneut die überdimensionale Schleife, genannt Brandscape, welche die verschiedenen Markenwelten der Gruppe auf den insgesamt 2.300 Quadratmetern überspannte und miteinander verband. Doch statt der kubischen „Marken-Häuser“ untergliederte sich der Auftritt 2009 vorwiegend durch Raumtrenner, die von der Decke schwebten. Die Welt von Zanussi betrat der Besucher über weiß glänzende Stufen. In leuchtend gelben Kuben präsentieren sich die Produkte mit den markentypischen Comics. Transparente Vitrinen, in denen die Gewinner-Entwürfe des letztjährigen Electrolux-Design-Lab-Wettbewerbs glänzten, machten auf die weiteren Markenräume der Gruppe neugierig. AEG überraschte mit weitläufig gestalteten Flächen, die zusätzlich die Markenschleife der Dachmarke zur Geltung kommen ließen. Electrolux selbst schrieb sich mehr denn je Nachhaltigkeit auf die Fahnen, was sich auch in der Verwendung von recyclefähigem Material widerspiegelt.
Animierte Bilderwelten auf Projektionsflächen unterstrichen das Thema Energieeffizienz. So wuchsen auf einer der filmisch bespielten Wände grüne Pflanzen mit Hilfe von Infrarotsensoren entgegen. Sie formten das Statement „Frische Ideen mit wachsender Begeisterung erleben“, sobald die Besucher entlang der Leinwand flanierten. Die sattgrünen Naturaufnahmen der Leinwandpräsentation von „Öko Favorit Express“ wurden von – dicht mit echten Pflanzen begrünten – Rückwänden und vom Messehimmel in den Raum reichenden Blätterranken unterstützt. Im abgeschlossenen AEG Akustik Labor konnten die Besucher per Knopfdruck erfahren, wie flüsterleise AEG Hausgeräte wie Staubsauger und Spülmaschinen im Vergleich zu alltäglichem Großstadtlärm arbeiten. „Marke und Botschaft wurden hier für alle Sinne erlebbar gemacht“, weiß Bettina Dombrowski von Holtmann Messe + Event. Das Unternehmen aus Langenhagen bei Hannover hat den Standbau, dessen Architektur von D’art Design aus Neuss stammte, in Berlin baulich geplant und umgesetzt (www.holtmann.de).
Mini feierte 50. Geburtstag – und der größte Gratulant war der Stand! Maxi-Eindrücke gewann, wer den Jubiläums-Auftritt des Mini auf der Automobilschau IAA 2009 in Frankfurt besuchte. Aus der Taufe gehoben wurde die heute zu BMW gehörende und seit langem zum Kultobjekt avancierte Automarke vor 50 Jahren von Austin in England. Sechs Meter hohe und vier Meter tiefe, teils stehende und teils von der Decke abhängende Lettern verkündeten es mit den Worten: What a Birthday. It’s Mini. „Wir haben die kleinen Flitzer im wahrsten Sinn hochleben lassen“, berichtet Björn Duphorn, Direktor Vertrieb & Marketing bei Messeprojekt. Die Leipziger Firma hat den Individualauftritt in kürzester Zeit geplant, komplett im eigenen Haus gefertigt und in Frankfurt schließlich auch umgesetzt. Lettern inklusive!
Die Buchstaben hatte die Tochterfirma Inuma eigens angefertigt. Ihr durchschnittliches Gewicht lag bei 300 Kilogramm pro Buchstabe. Diese massiven Bauelemente mussten sicher an der Hallendecke verankert beziehungsweise standfest im Boden angebracht werden. „Keine leichte Aufgabe, selbst für ein eingespieltes Team aus Monteuren und Bauleitern“, weiß Björn Duphorn. Doch das Ergebnis rechtfertigte den Einsatz. „Am Ende war das Geburtstagskind hoch erfreut, so imposant beglückwünscht zu werden“, erinnert sich der Messebauer. Dem Happy Birthday der Leipziger schlossen sich viele Messebesucher an. Auf fast 1.500 Quadratmetern Standfläche erlebten sie die Geschichte des Mini von 1959 bis 2009. Auf Podesten, zwischen Vitrinen und unter Glückwunsch-Ballons präsentierten sich glanzvoll die klassischen und aktuellen Mini-Flitzer (www.messeprojekt.de).
Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 1/2010