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MESSEBAU-ZULIEFERER

Kommunikation mit dem Wohlfühlfaktor

Photo: Syma
Shanghaitex: Cixing trumpfte mit einem Stand auf, der vom Pekinger Olympiabau Water Cube inspiriert war.
Im Messebau sind Systeme gefragter denn je, das Handwerk bleibt unverzichtbar. Und wer sich immer wieder neu erfindet, hat im Markt eine reelle Chance.
Als einer der führenden Hersteller bietet die Firma Modul International mit Hauptsitz in Neuss den Planern heute eine Vielzahl attraktiver Profilserien und Design-Komponenten. Die lassen kaum noch Wünsche für innovative Standarchitektur offen. „Durch die konsequente Designpflege unserer Profilserien und ständige Neuentwicklungen sind wir für die Zukunft gut aufgestellt“, beschreibt Geschäftsführer Markus Giehl die Situation. „Wir wollen uns aber noch stärker als kreativer Partner unserer Kunden positionieren. Bei Modul geht noch viel mehr“. Das Unternehmen kann seinen Kunden integrative, maßgeschneiderte Messebau- und Standkonzepte anbieten – vom kleinen Reihenstand für Mittelständler bis hin zum repräsentativen Großflächenstand eines Global Players.
Photo: Adlershofer Werkstätten
"Wir haben uns auf das spezialisiert, was wir am besten können, das Handwerkliche", erklärt Fabienne Daul.

In der Entwicklung seiner Systeme legt Modul großen Wert auf das perfekte Zusammenspiel aller Bauelemente. Alle Neuentwicklungen lassen sich problemlos mit Standardprofilen kombinieren. Bestes Beispiel sind die aktuellen Modulframe-Tuchspannprofile, der jüngste Spross der umfangreichen Systemfamilie. Auf Standardstützen basierend, ermöglichen sie eine hochmoderne Optik mittels Spanntüchern. Wände, Decken, Trennelemente, spektakuläre Raumobjekte und Displays – ja sogar ganze Räume lassen in kürzester Zeit und bei erstaunlich geringem Materialeinsatz realisieren. Als Bespannung eignen sich eine Vielzahl bedruckter sowie unbedruckter Inkjet-Textilmaterialien. Dabei können LED-Backlights integriert werden, um etwa die Fernwirkung zu steigern. „Die konstruktive Leichtigkeit und Transparenz, die sich mit Modulframe erzielen lässt, schafft einen besonderen Aufmerksamkeitswert“, betont Markus Giehl. „So entsteht Kommunikation mit Wohlfühlfaktor“ (www.modul-int.com).  

 

Systeme-Anbieter sind meistens nur Zulieferer für Architekten und Messebauer. Bei Syma ist das anders. Die Gruppe mit Hauptsitz in der Schweiz tritt auch als Standdesigner auf – und zwar weltweit. Auf der Messe Shanghaitex 2009 trumpfte der Textilmaschinen-Hersteller Cixing mit einem Standbau auf, der vom Pekinger Olympiaschwimmstadion Water Cube inspiriert war. Für die Optik zeichnete Syma Shanghai wesentlich verantwortlich. 150 milchig blau leuchtende Acrylboxen, die fein säuberlich aufgereiht von der Decke abhingen, sorgten für Fernwirkung und Transparenz. Bei Auftritten wie diesen zeigt sich, wie ideenreich sich mit System bauen lässt. Hier dienen Baukästen wie Syma Molto nicht nur als Gerüste, sondern auch als Rahmen für nahtlose Vorbau-Fassaden oder leuchtende Design-Elemente. Das Ergebnis können Wände mit homogener Optik oder eben auch Acrylboxen sein. Es ist eben nicht alles, die Systeme nur bereitzuhalten: Syma demonstriert gern, was mit ihnen möglich ist.  

Photo: Modul
Modul-Design-Komponenten lassen kaum noch Wünsche für innovative Standarchitektur offen.

Ein weltweites Netzwerk von Tochterfirmen, Lizenznehmern und Vertragspartnern deckt dieses Leistungsspektrum ab. Die Syma-Partner vor Ort kennen die lokalen Erfordernisse. In Mitteleuropa, wo etablierte Großveranstalter, renommierte Messebauer und Architekten die Szenerie beherrschen, geht es vor allem darum, Material-Vielfalt und damit auch Planungshilfen zeitnah und kostensicher anzubieten. „Dass wir alles auf Lager haben, erwartet man selbstverständlich von uns: vom filigranen Wandsystem bis zum robusten Doppelstock-Standgerüst in jeder Größe“, verrät Peter-Jürgen Klee von Syma Deutschland in Hilden. „Aber gerade hier spielt eben auch der Faktor schnelle Lieferzeiten und Kundennähe eine Rolle. Dazu gehört, dass wir auch auf einzelne Kundenwünsche reagieren und Systemteile individuell zuschneiden“, so der System-Fachmann. „Unser wichtigster Marktvorteil sind aber ganz klar die Innovationen und die Vielfalt der Syma-Systeme“ (www.syma.de).  

 

Dass Krisen auch Chancen beinhalten – wer könnte das besser beweisen als die Anbieter flexibler und kostengünstiger Leichtbau-Systeme. „Ständig nehmen die Anfragen nach Stab- und Knotensystemen zu“, erklärt Wolfgang Lingenfelder, Produktbereichsleiter der Ausstellungssysteme bei Mero TSK. Zwar geht er davon aus, dass auch 2010 trotz Frühjahrsbelebung ein schwieriges Jahr bleiben könnte. Doch eine Trendwende bei der Stand-Gestaltung in Richtung der Systeme hält Lingenfelder für deutlich spürbar. Nun ist das Stab-Knoten-Konzept Meroform M12 schon lange im Markt etabliert. Mit seiner Vielfalt an Bauformen hat sich das System in der Innen- wie Außenarchitektur einen Namen gemacht. „Natürlich haben wir uns überlegt, ob man etwas Bewährtes ändern soll, um die Marktchancen zu steigern“, so Wolfgang Lingenfelder. Die Lösung hieß denn auch nicht Revolution, sondern Evolution. Das rundum erneuerte Meroform-M12-System gibt es jetzt in drei Varianten. Für großformatige Anwendungen steht M12 Plus zur Verfügung.  

 

Mit M12 Midi werden Konstruktionen mittlerer Größenordnung realisiert, während sich mit dem M6-System Möbel, Präsentationsregale und Theken bauen lassen. „Zwar dient ein Messebausystem vornehmlich als Gerüst fürs Standdesign. Als Gestaltungselement soll es aber ebenfalls einen unverwechselbaren Charakter aufweisen“, stellt der Produktbereichsleiter klar. Mit der Evolution scheint dieser Spagat zu gelingen. Jedenfalls wurde M12 Plus von der Jury des red dot Design Awards ausdrücklich gewürdigt und für den Deutschen Designpreis 2009 nominiert. Dennoch beschäftigt man sich bei Mero mit der Frage, wie sich der Systembau noch weiter individualisieren lässt. „Unser Ziel ist es, Systeme nach Auftrag farblich abzustimmen. Neben den üblichen RAL-Farbtönen, bieten wir spezielle Mero-Premium-Farben bis hin zur nahezu naturgetreuen Holzoptik zu Miete oder Kauf an“, berichtet Wolfgang Lingenfelder. Auch mit ihren Finanzierungs-Modellen setzen die Würzburger Zeichen. Mieten mit anschließender Kaufoption heißt ein Angebot für die Zukunft. „Soweit ich weiß, ist es ein Novum in unserer Branche, dass hierzu keine Bank eingeschaltet wird, sondern wir dieses Angebot aus Eigenmitteln finanzieren“ (www.mero-tsk.de).  

Photo: Mero TSK
Mero: Vielfalt an möglichen Bauformen.

Wirtschaftskrise und Preisdruck zwangen viele Messebauer, Personal im Produktionsbereich abzubauen. Von den Engpässen, die dann bei größeren Aufträgen entstanden, können alle Beteiligten ein Lied singen. Doch des einen Not gebar des anderen Geschäftsidee: die „verlängerte Werkbank“ für den Messebau. Vor rund einem Jahr starteten die Adlershofer Werkstätten in Berlin damit, ausschließlich die handwerkliche Produktion als Zulieferer anzubieten. Inzwischen sind 35 feste Mitarbeiter und ein fast doppelt so großes Netzwerk an „Freien“ damit beschäftigt, Bauelemente und Objekte im Auftrag und nach Plänen von Messe- und Eventbauunternehmen zu fertigen. „Wir sind Dienstleister für Dienstleister und konzentrieren uns ausschließlich auf die Herstellung. Damit sind wir in eine echte Marktlücke gestoßen, denn dieses Geschäftsmodell ist in der Branche bisher einzigartig“, freut sich Vertriebsleiterin Fabienne Daul.

 

An traditionsreicher Adresse, wo einst für das Fernsehen der DDR gearbeitet wurde, produzieren die Adlershofer Werkstätten heute ihre Bauelemente – in der eigenen, hochmodernen  Tischlerei, Schlosserei, CNC-Fräserei, Lackiererei, Polsterei und Textilkonfektionierung. Leistungen wie Beleuchtung, Elektro-Arbeiten, Grafik, Acryl- und Glasbau werden aus einer Hand koordiniert und von festen Partnern realisiert. Die Berliner setzen um, was immer der Messebauer benötigt. Hundertprozentiger Kundenschutz gehört selbstverständlich zum Service: die Adlershofer Werkstätten bleiben als Subunternehmer anonym und treten nicht als Konkurrenten an die Aussteller heran. „Wir haben uns rein auf das spezialisiert, was wir am besten können: das Handwerkliche“, erklärt Fabienne Daul. Anfangs mussten die Berliner allerdings trotzdem viel investieren, um Vertrauen aufzubauen. „Mittlerweile aber wissen unsere Auftraggeber, dass sie sich auf unsere Qualität und unsere Diskretion wirklich verlassen können. Und längst ist bekannt: wenn sehr kurzfristig Expressaufträge realisiert werden sollen, etwa im Vorfeld von CeBIT, ITB oder anderen Großmessen – ein Anruf bei unserer 24-Stunden-Hotline genügt“ (www.adlershofer-werkstaetten.de).  

Jens Kügler

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 3-4/2010